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Fairer Kompromiss zwischen Profis und Amateuren

Ab der Saison 2009/10 werden sonntags im Regelfall nur noch fünf Begegnungen in den beiden höchsten Profiligen stattfinden. Demnach werden drei Spiele der 2. Bundesliga um 13.30 Uhr sowie je eine Bundesliga-Partie am Sonntag um 15.30 und 17.30 Uhr angepfiffen. Lediglich in Wochen, in denen UEFA-Pokal-Spiele anstehen, kann bis zu fünfmal pro Saison ein drittes Bundesligaspiel auf den Sonntag terminiert werden. So das Vorhaben der Deutschen Fußball-Liga (DFL), das auch für die DFB-Spitze um Präsident Dr. Theo Zwanziger und die Präsidenten der fünf Regional- und 21 Landesverbände des DFB ein akzeptables Modell darstellt.

Auf einer Sitzung aller Präsidenten der Regional- und Landesverbände des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am Montag in Frankfurt wurde der Entwurf des neuen Spielplans für die Bundesliga und 2. Bundesliga, den die DFL Deutsche Fußball Liga GmbH Ende der vergangenen Woche präsentiert hatte, generell positiv und als ein fairer Kompromiss, mit dem auch die rund 26.000 Amateurvereine in Deutschland gut leben können, bewertet.


Bei der Beurteilung des nunmehr von DFB und DFL getragenen Konzeptes müssen die Amateurvereine beachten, dass der DFB in den Verhandlungen mit der DFL hinsichtlich der Sonntagsspiele nur sehr wenig Handlungsspielraum hat. Schon bisher hatte der DFB ausschließlich bei Erstligaspielen, nicht aber bei Zweitligaspielen Mitspracherecht. Hinzu kommt, dass der Grundlagenvertrag zwischen DFB und DFL am 30. Juni 2009 ausläuft, das neue Spielplanmodell aber erst ab der Saison 2009/10 greift und somit allenfalls zum Gegenstand bei den anstehenden Verhandlungen über den neuen Grundlagenvertrag gemacht werden kann.


Der für den Amateurfußball zuständige Erste Vizepräsident des DFB, Hermann Korfmacher, sieht das neue Modell für den Amateurfußball als absolut positive Entscheidung: „Seit vielen Jahren haben wir sieben bis acht Bundesligaspiele am Sonntag. Auf Grund der zahlreichen Traditionsvereine in der 2. Bundesliga ist es längst so, dass viele Begegnungen den gleichen Rang und Stellenwert haben wie viele Spiele der Bundesliga. Auch in puncto Zuschauerresonanz. Eine isolierte Betrachtung ist daher absolut falsch, man muss in den Diskussionen stets das Gesamtpaket sehen. Deshalb sind wir der Meinung, dass die Reduzierung der Sonntagsspiele in der 2. Bundesliga die möglichen negativen Auswirkungen auf den Amateurfußball, die durch die Bundesliga-Partie um 15.30 Uhr entstehen könnten, kompensieren."


BFV-Präsident und DFB-Vizepräsident Dr. Rainer Koch sowie Verbandsspielleiter Jürgen Faltenbacher bewerten die zwischen DFL und DFB gefundene Spielplanlösung auch aus bayerischer Sicht als fairen Kompromiss.


BFV-Präsident Dr. Rainer Koch: „Ich nehme die Sorgen der vielen Tausend kleinen Amateurvereine im BFV sehr ernst. In den Diskussionen habe ich immer wieder darauf hingewiesen, dass schon 15 Zuschauer weniger pro Heimspiel für einen Amateurverein aufs Jahr gesehen weit über 1000 Euro Einnahmeverlust und damit viel Geld ausmachen können. Ich bitte aber alle Verantwortlichen in den Vereinen zu sehen, dass der Profifußball den Amateurfußball in erheblichem Maße mitfinanziert, die Kosten und Gebühren wären für jeden Verein wesentlich höher, gäbe es diese Leistungen nicht. Bloßes Neinsagen des DFB und seiner Landesverbände zu allen Plänen der DFL, die Fernseheinnahmen zu erhöhen, würde niemandem nützen. Im Gegenteil, es würde uns immens schaden. Aktuell haben wir im FC Bayern München, dem FC Augsburg, dem FC Ingolstadt, Greuther Fürth, 1860 München und dem 1. FC Nürnberg einen Erstligisten und fünf Zweitligisten. Die Reduzierung der Zweitligaspiele am Sonntag ist zunächst einmal für alle bayerischen Amateurvereine in der Nähe der Zweitligastandorte ein beachtlicher Fortschritt. Ein Nachteil entsteht zukünftig vor allem dann, wenn Bayern München am Sonntagnachmittag um 15.30 Uhr ein Spiel hat, selbst wenn es sich um ein Auswärtsspiel handeln sollte, das nur im Pay-TV gezeigt wird. Das wird aber voraussichtlich nicht öfter als viermal im Jahr der Fall sein.“


BFV-Verbandsspielleiter Jürgen Faltenbacher hat ebenso wie der BFV-Präsident wiederholt den Unmut der unterklassigen Vereine über die oftmals recht kurzfristigen Spielansetzungen in den Bundesligen angesprochen. „Es wäre mehr als wünschenswert, wenn die Begegnungen in den Bundesligen frühzeitig terminiert würden. Dann könnten die Amateurvereine und der BFV sich frühzeitig darauf einstellen.“ Angesichts der zahlreichen Europapokal-Einsätze vieler deutscher Mannschaften ist das für die DFL jedoch nur schwer umsetzbar. Der BFV wird und muss deshalb sehr flexibel reagieren, d.h. alle Spielleiter werden Spielverlegungsanträge unbürokratisch und wohlwollend abwickeln. “Niemand wird am Sonntagnachmittag zeitgleich zu einem Erstligaspiel mit bayerischer Beteiligung spielen müssen. Bis zum Beginn der neuen Saison werden wir ein Recht auf Spielverlegung in unseren Richtlinien festschreiben und die entsprechenden Regularien hierfür klären."

Bastian Böttner, 05. 11. 2008

Quelle: Bayerischer Fußball-Verband e.V.

 

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