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Zu viele Geschenke

Bamberg verliert erstes Heimspiel trotz Überzahl

Der 1. FC Eintracht Bamberg hat es versäumt in seinem ersten Heimspiel an seine gute und erfolgreiche Leistung aus der Vorwoche anzuknüpfen. Bei der 2:4 (0:1)-Niederlage gegen den SSV Reutlingen boten die Jungs von Christoph Starke zwar eine akzeptable Vorstellung, zahlten aber auch viel Lehrgeld. Aus ihrer Überzahl machten Heyer & Co. viel zu wenig und luden die Gäste immer wieder zum Toreschießen ein. Allen voran SSV-Stürmer Mauro Macchia ließ sich mit drei Treffern nicht lange bitten.

Ordentliche Anfangsphase

Nach dem Anpfiff sah es zunächst so aus, als hätte der Gast aus Reutlingen seine Derbyniederlage aus der Vorwoche gut verkraftet, doch die Bamberger rückten die Verhältnisse nach wenigen Minuten wieder zurecht und übernahmen die Spielkontrolle. Der SSV bekam jetzt zunehmend Probleme im Spiel nach vorne, stand aber hinten sicher, sodass Torraumszenen vorerst nur eine Wunschvorstellung waren. Erst nach knapp 20 Minuten setzte Peter Heyer mit einem Sturmlauf ein erstes Zeichen in Richtung Gäste-Tor. Doch ehe der Bamberger Goalgetter erneut zuschlagen konnte, wurde er von Reutlingens Keeper, Robert Mayer, auf Kosten einer Gelben Karte gebremst.

Gastgebergeschenk führt zu Rückstand

Bamberg war jetzt drauf und dran, seinen Kontrahenten an die Wand zu spielen und hatte in der 27. Spielminute durch einen Volleyschuss von Lukas Biskup die nächste gefährliche Chance. Doch im Überschwang vernachlässigten die Oberfranken ganz offensichtlich die eigene Defensive, denn plötzlich stand ein Rückstand auf der Anzeigentafel. Was war passiert? Andreas Rill kam in der 30. Spielminute an den Ball, schickte damit Stürmer Mauro Macchia steil und dieser ließ Stefan Essig beim 0:1 keine Abwehrchance. Dass es sich dabei – wie schon in der Vorwoche in Frankfurt – um ein Geschenk der Bamberger Abwehr handelte, zeigten die Starke-Jungs postwendend. Doch kurz vor der Pause wurde das Spiel zunehmend ruppiger und nickeliger, sodass der Spielfluss verloren ging. Personell leidtragend waren aber die Reutlinger, die nach 34 Minuten Volker Grimmiger nach dessen zweiten Gelben Karte verloren. Aber die Gäste retteten ihren Vorsprung in die Kabine.

Doppelschlag nach der Pause

Angesichts des Pausenrückstands schien FCE-Coach Christoph Starke die richtigen Worte gefunden zu haben, denn nach dem Wiederanpfiff machten die "Violetten" ernst. Erst war es Alexander Deptalla, der fünf Minuten nach dem Seitenwechsel das verdiente Unentschieden (1:1) besorgte, und nur drei Minuten später hatte Bamberg das Spiel endgültig gedreht. Lars Heller konnte Bambergs Peter Heyer beim Zug zum Tor nur per Foul stoppen und der Referee entschied folgerichtig auf Elfmeter. Der Gefoulte selbst legte das Leder auf den Punkt und drosch es in der 53. Minute zum 2:1 in die Maschen. Heller wegen des Fouls und Andreas Rill sahen im Anschluss noch die Gelbe Karte.

Rill und Macchia nicht zu bremsen

Der SSV ließ sich vom Führungswechsel jedoch keineswegs schocken und zahlte es den Oberfranken mit gleicher Münze zurück. Die beiden spielbestimmenden Reutlinger, Rill und Macchia, zeigten ihre Offensivqualitäten und gaben dem Spiel eine erneute Wendung. Rill nutzte einen langen Freistoß, um den Ball unter die Latte zu knallen (2:2, 60. Min.) und Macchia wiederholte seine Bewegung vom ersten Tor, umkurvte Keeper Essig und traf zum 2:3 (61. Min.). Doch damit nicht genug. Christoph Starke versuchte mit der Hereinnahme von Neuzugang Ralf Brandt wieder Struktur ins Bamberger Spiel zu bringen, doch SSV-Stürmer Mauro Macchia krönte seine hervorragende Leistung mit seinem dritten Treffer zum 2:4 in der 70. Spielminute – die Vorentscheidung. Die Bamberger Eintracht mühte sich zwar weiterhin nach Kräften, doch ein weiterer Treffer gelang nicht, sodass man heute mit der Erkenntnis leben musste, Lehrgeld bezahlt zu haben.

Benjamin Strüh, 23. 08. 2008

Quelle: Fotos: Markus Bloss

 

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